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Neue Handball-Ära in Rosdorf: Aus HGRG wird wieder der MTV


15 Jahre lang haben der MTV Rosdorf und der MTV Grone gemeinsame Sache gemacht: Ab dem 1. Juli sind die Rosdorfer Handballer wieder eigenständig. Sie trainieren inzwischen schon wieder, wissen aber nicht, wann die Saison 2020/21 beginnen wird.

Maite Gutenberg (l.) ist mit den Oberliga-Handballerinnen in die erste Vorbereitungsphase gestartet. Foto: Swen Pförtner

Erst allein, dann zusammen und schließlich wieder als Mannschaft: Der Deutsche Handballbund gibt mit Hilfe einer Trainingsanleitung Tipps in Coronazeiten und beschreibt dabei einen langsamen Weg zurück in die Halle. Und den befolgen auch die Rosdorfer Handballer im Rahmen der vorgegebenen Möglichkeiten. „Wir befinden uns derzeit eben in einer Warteschleife“, sagt Erik Hogreve, der Trainer der Verbandsliga-Handballer.

Wann und unter welchen Voraussetzung es weitergeht, können die Vereine nur vermuten: „Unter Trainern wird deutlich kommuniziert, dass ein Start der Landesverbände Ende Oktober realistisch ist. Die 1. Liga startet Anfang Oktober, 14 Tage später die 3. Liga und dann für gewöhnlich die Landesverbände“, glaubt Sascha Heiligenstadt, der Coach der Oberliga-Handballerinnen.

Eigenständig nach 15 gemeinsamen Jahren

Fest steht nur, dass die Handballer ab 1. Juli wieder unter dem bekanntem „Markenzeichen“ MTV Rosdorf firmieren, nachdem die Zeit der HG Rosdorf-Grone – nach nunmehr 15 gemeinsamen Jahren – in beiderseitigen Einvernehmen abgelaufen ist. Während sich der MTV Grone dem TWG 1861 anschließt und dort mit den Turn- und Wassersportlern eine neue Gemeinschaft eingeht, nimmt der MTV Rosdorf unter dem neuen alten Namen am Spielbetrieb teil. „Der Übergang zurück zum MTV ist dank der sehr freundlichen und unterstützenden Art des Groner Vorstandes reibungslos gelungen“, bedankte sich Carsten Koch, der Rosdorfer Vorsitzende, nach der letzten gemeinsamen Jahreshauptversammlung der HGRG am vergangenen Wochenende.

Indes läuft der eingeschränkte Trainingsbetrieb weiter. „Den Ball hatten wir bereits in der Hand. Seit kurzem können wir in Kleingruppen ohne Körperkontakt auch in der Halle trainieren“, berichtet Sascha Heiligenstadt: „Die Spielerinnen haben zuvor individuelle Trainingspläne daheim selbstständig abgearbeitet und sich so seit März fit gehalten.“ Was auch bei den Männern unter Einhaltung der strengen Corona-Hygieneauflagen kaum anders abläuft: „Wir freuen uns jedenfalls auf die Zeit, die einen Regelbetrieb wieder zulässt“, hält Trainer Erik Hogreve seine Spieler bei Laune.

Spekulationen um Saisonbeginn halten an

Als „Glaskugelgucken“ bezeichnet Teammanager Thomas Koch die Spekulationen um den voraussichtlichen Saisonstart: „Wenn es halbwegs aufwärts geht, könnte es hoffentlich nach den Herbstferien losgehen. Ich bin da jedoch sehr pessimistisch und befürchte Schlimmeres.“ Kapitän Niklas Seebode hofft auf „einen möglichst frühen Saisonstart. Dennoch sollte man natürlich nichts überstürzen und keine Gefahr eingehen. Ich setze deshalb auf einen Beginn der Punktrunde nach den Herbstferien, vermute aber fast, dass die Saison erst Ende des Jahres anfängt.“ Torjäger Marvin Hornig geht sogar „leider davon aus, dass die Saison in diesem Jahr nicht mehr starten wird“.

Auch die Rosdorfer Handballerinnen „leiden“ unter der Corona-Krise: „Es war unglaublich schade, dass die Saison von einem auf den anderen Tag beendet werden musste“, bedauert Kapitänin Maite Gutenberg: „In so einer Situation muss man zusammenhalten und sich gegenüber gefährdeten Mitmenschen solidarisch zeigen.“ Die Oberligaspielerinnen sind jetzt im Freien in die erste Vorbereitungsphase gestartet und „hoffen ganz optimistisch, dass die Saison vielleicht im Oktober oder November starten kann. Aber es bleibt natürlich ungewiss. Trotzdem ist es schön mit Corona-Abstand wieder gemeinsam auf dem Platz zu stehen“, so die Spielführerin, die ergänzt: „Unsere Fußballer in Rosdorf und Settmarshausen sind zum Glück super kooperativ und teilen mit uns die Trainings-Plätze.“

Während hält sich der Handballverband Niedersachsen (HVN) noch recht bedeckt hält, hat der benachbarte Handball-Verband Sachsen-Anhalt (HVSA) dieser Tage schon einen Rahmenspielplan herausgegeben. Nach derzeitigem Stand geht man dort von einem Saisonstart Ende September aus.

Personelle Veränderungen

Personelle Veränderungen: Neu im Kader der MTV-Damen sind Torfrau Alena Linze vom zukünftigen Ligakonkurrenten MTV Geismar als optimale Ergänzung zu Louisa Schlote sowie Linkshänderin Alina Penner vom Landesligisten Eintracht Baunatal. Aus der eigenen Jugend sind mit Nuri Moschner und Luisa Schabatke zwei Eigengewächse in den Seniorenbereich gekommen.

Den Verbandsligaspielern hat sich der 20-jährige Florian Jäger aus der zweiten Mannschaft angeschlossen. Zuvor war er der Jugend des SV Alfeld entwachsen. Dazu kommt Jakob Frölich aus dem eigenen Nachwuchs. Dagegen hat der 34-jährige Studienrat Sebastian Gutenberg nun endgültig die Schuhe an den Nagel gehängt, nachdem bei ihm Ende April ein Meniskusriss im linken Knie diagnostiziert wurde. „Die vier Monate, die ich nach meinem Comeback mit dem Team verbringen durfte, waren für mich sehr schön sowie emotional und mit dem auch sportlich erzielten Klassenerhalt letztlich auch erfolgreich“, blickt Gutenberg zurück. Aus gesundheitlichen Gründen wird Sebastian Kutz erst einmal pausieren. Aaron von Gfug verlässt die Rosdorfer studienbedingt. „Wir haben aktuell einen guten Kader zusammen, halten aber die Augen weiter in alle Richtungen offen“, so Teammanager Thomas Koch.

Von Ferdinand Jacksch

Quelle: goettinger-tageblatt.de, 29.06.2020

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