MTV Rosdorf: Hohe Belastung könnte zum Problem werden


Das letzte Pflichtspiel war im März. Wenn am Wochenende die Saison in der Handball-Verbandsliga der Herren beginnt, wird der MTV Rosdorf ein straffes Programm bewältigen müssen. Spieler und Trainer hoffen, gesund und verletzungsfrei durch diese Zeit zu kommen.

Marcel Schulz (l.) ist einer der Routiniers im Team des MTV Rosdorf. Foto: Helge Schneemann

Ab jetzt gilt es – in der Verbandsliga unter neuem Absender. Aus der HG Rosdorf-Grone ist am 1 Juli 2020 wieder der MTV Rosdorf geworden, der virtuelle Aufmerksamkeit als „Rosdorf-Reds“ erzeugen möchte. Und das mit Trainer Erik Hogreve, der nach der abgebrochenen Zittersaison nun „so früh wie möglich Punkte sammeln und in Richtung Mittelfeld schielen“ will. Einen Stolperstein hat der Coach auf diesem Weg schon ausgemacht.

Nach dem Auftakt von zwei Punktspielen folgt aufgrund der Herbstferien ein spielfreies Wochenende. Danach geht es Schlag auf Schlag, beginnend mit dem Heimspiel am Freitag, 23. Oktober, gegen die SV Alfeld. Und hier beginnt für Trainer Hogreve das eigentliche Problem: „Bis zum 12. Dezember sind acht Spiele am Stück zu bestreiten. Da wird, bedingt durch die monatelange Coronapause, die ungewohnte Belastung für die eine oder andere Mannschaft zu möglichen Problemen führen – unter anderem durch Verletzungen.“ Abhilfe wollten die Rosdorf Reds durch die Verlegung eines der Novemberspiele auf den 19. Dezember schaffen. Allerdings ließ sich keiner der in Frage kommenden Gegner darauf ein, nun hofft Hogreve, dass alle Spieler gesund bleiben und die Belastung gut verkraften.

Gemischte Gefühle beim Routinier

Mit gemischten Gefühlen geht der routinierte Torjäger Marcel Schulz ins Rennen: „Einerseits möchte ich den Sport treiben, der mir bereits seit Jahrzehnten Spaß macht. Ich möchte dabei auch meine Teamkollegen und den Verein bestmöglich unterstützen, um das Saisonziel zu erreichen und genügend Punkte zu sammeln. Andererseits fühle ich mich in der aktuellen Situation in Verbindung den aktuellen Geschehnissen nicht wohl.“

Auch Urgestein Benjamin Jentsch ist noch unsicher. „Ich hoffe nur, dass alles lange genug gut geht.“ Und so stellt der gefährliche Shooter Erwartungen und Ziele erst einmal hinten an. Da ist der Tabellenplatz sogar erst einmal zweit- oder gar drittrangig. „Ich habe jedenfalls wieder Bock auf Handball und wäre froh, wenn wir Spaß an diesem Sport haben und die Freiheit genießen können, die vor Corona noch selbstverständlich war. Wichtig ist, dass wir alle gesund und fit bleiben.“

Großer Bruder ist Vorbild

Die Mannschaft ist weitgehend zusammen geblieben. Außerdem stehen zwei weitere Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zukünftig zur Verfügung. „Ich spiele schon mein ganzes Leben in Rosdorf Handball“, unterstreicht der 19-jährige Jakob Frölich seine Verbundenheit zum Verein. Das Vorbild ist der sein großer Bruder Aaron, einst bester Linksaußen zu schon fast legendären Oberligazeiten.

Dem kann sich Florian Jäger nur anschießen, der in der vergangenen Saison für die damalige HG Rosdorf-Grone II in der Regionsoberliga auf Torjagd gegangen ist. Es gibt Abgänge aus beruflichen und studienbedingten (Aaron von Gfug) sowie gesundheitlichen Gründen (Sebastian Gutenberg und Sebastian Kutz). Marius Knorr studiert im Leipzig, wird aber ab und an noch für Rosdorf auflaufen.

Start in eigener Halle

Ein spannendes Heimspiel erwartet der MTV Rosdorf am Sonnabend (18 Uhr, Sporthalle Rosdorf) gegen die TSG Emmerthal aus dem Kreis Hameln-Pyrmont. „Das Match ist eine schwierige Aufgabe für uns“, sagt Till Herthum. „Da wir aber ein Heimspiel haben, ist es unser Anspruch, mit dem Gast mindestens auf Augenhöhe zu spielen. Wir werden alles daran setzen, dieses Match für uns zu entscheiden.“

„Damals haben wir 34:31 in Emmerthal gewonnen“, erinnert sich Trainer Erik Hogreve an das vorletzte Pflichtspiel der Saison 2019/20 am 1. März dieses Jahres. Elf Treffer steuerte Benjamin Jentsch zu diesem Sieg bei. „Wir sind gut vorbereitet“, ist der Coach vor dem erneuten Aufeinandertreffen recht zuversichtlich. Schließlich sei die nahezu unveränderte Mannschaft immer weiter gereift, sodass sich der Trainer ein Spiel auf Augenhöhe vorstellen kann. „Wir sind jedenfalls heiß, dass es endlich wieder losgeht, nachdem die letzte Saison so abrupt zu Ende gegangen ist. Wir wollen natürlich gut in die Saison starten, und da würden uns die Punkte sehr helfen“, fiebert Außenspieler Eric Seibt dem Auftakt entgegen.

Auch Emmerthal geht mit guten Gefühlen in die neue Saison. Laut Manager Hendrik Lity möchte sich die TSG „nach oben orientieren. Vom Aufstieg zu sprechen, wäre vermessen. Wir wollen aber zumindest den Abstand so gering wie möglich halten.“ Neu im Team ist der 20-jährige Rückraumspieler Siegesmund vom Oberligisten VfL Hameln. Im Angriff soll er seinem neuen Klub mehr Variabilität verleihen. Auch Maik Dohme (VfL Hameln II), Jonas Tödheide (HSG Exten-Rinteln) und Jörg Harre (HV Barsinghausen) haben sich für Emmerthal entschieden.

Der Rosdorfer Ligakonkurrent TG Münden startet am Sonnabend (19.15 Uhr, Gymnasiumsporthalle) ) ebenfalls mit einem Heimspiel gegen den Vorjahreszehnten HSG Nienburg II in die neue Runde. „Das Spiel wollen wir nach den vielen Tests gewinnen. In der Lage dazu sind wir auch“, weiß Trainer Sebastian Flechtner. „Wir müssen nur unsere Möglichkeiten auf die Platte bringen.“

Von Ferdinand Jacksch

Quelle: goettinger-tageblatt.de, 01.10.2020

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.